Beschreibung Laktattest Laufen (Feld)


Leistungsdiagnostik - Wozu ?

> Bestimmung und Beurteilung der aeroben Ausdauerleistungsfähigkeit unter besonderer  Berücksichtigung des Stoffwechsels über die Ermittlung der Laktatwerte bei verschiedenen Geschwindigkeiten.

> Bestimmung der Wirkrichtung des absolvierten Training

> Entwicklung der aeroben Ausdauerleistungsfähigkeit im Vergleich zu vorangegangenen Tests

> Festlegen der Schwerpunkte der kommenden Trainingsperiode

> Bestimmung der individuellen Trainingsbereiche (HF, Geschwindigkeit, Laktat)

> Erstellung von Leistungsprognosen (Halbmarathon, Marathon)
 

Veränderungen der Laktat-Herzfrequenz-Leistungskurve während eines Trainingsjahres


Wann sind die optimalen Testzeitpunkte?

> Zu Beginn der allgemeinen Vorbereitungsperiode, am besten 2-3 Wochen nach Wiederaufnahme des Trainings. (Im Triathlon z.B. Oktober-November, um die Geshwindigkeits- und Herzfrequenzbereiche für die VP I festzulegen)

> Nach der ersten Vorbereitungsperiode (Schwerpunkt Grundlagenausdauer, alternative Sportarten, "Wintertraining", im Triathlon z.B. Februar-März, um die Leistungsentwicklung im Vergleich zum ersten Test zu bestimmen und die Geschwindigkeitsbereiche für die Tempoeinheiten bzw. Testwettkämpfe zu definieren)

> 4-6 Wochen vor dem Hauptwettkampf (im Triathlon z.B. Mai-Juni, um Leistungsreserven zu erkennen und die letzten Trainingswochen dementsprechend planen zu können)

> (eventuell) in der Übergangsphase zwischen der ersten und zweiten Wettkampfperiode (im Triathlon z.B. August, um zu sehen, wie sich die WP I leistungsmäßig ausgewirkt hat und welche Schwerpunkte zu setzten sind)

> beim Wiedereinstieg ins Training nach Verletzungen oder längeren Trainingspausen


Wie funktioniert der Feld-Laktatstufentest ?

Auf einer Laufbahn werden 4 - 6 x 1200m-2000m (je nach Anfangsgeschwindigkeit) gelaufen, mit jeweils ca. 2 Min Pause zwischen den einzelnen Belastungsstufen. Die Startgeschwindigkeit liegt je nach Leistungsfähigkeit bei 8, 9,5 oder 11 km/h. Von Stufe zu Stufe wird das Lauftempo um 1,5 km/h gesteigert, die Herzfrequenz wird permanant (alle 5 sek) aufgezeichnet, am Ende jeder Stufe wird ein Tropfen Blut aus dem Ohrläppchen genommen, um den Laktatwert bestimmen zu können. Aus diesen Daten werden dann die Schwellen (aerob, anaerob ...) berechnet, die derzeitige Leistungsfähigkeit genau beurteilt, die Stärken bzw. Schwächen aufgezeigt und die Trainingsbereiche (Herzfrequenz, Geschwindigkeit) ermittelt. Und dann liegt`s natürlich an Euch, trainieren, trainieren...
Und nicht vergessen: Solche Tests sollen Euch helfen Euer Training besser zu planen, zu steuern und abzustimmen und zu schauen, ob Ihr am richtigen Weg seid, ABER zählen tut nur das Ergebnis im Wettkampf!


Vor- und Nachteile eines Feldtests?

Die Leistungsdiagnostik im Feld bietet im Vergleich zu Labortests einige Vorteile. Der größte Vorteil ist sicher die individuelle Natürlichkeit der Laufbewegung und damit die optimale Übertragbarkeit der Testergebnisse ins Training. 10 km/h auf der Laufbahn sind eben 10 km/h. Die Geschwindigkeit vom Laufband läßt sich nicht immer exakt auf die tatsächliche Trainingsgeschwindigkeit im Freien übertragen. Abgesehen davon "wird man am Laufband gelaufen", da eine wichtige Phase der Laufbewegung, nämlich das aktive "Durchziehen" des Standbeines unter dem Körperschwerpunkt, vom Motor des Laufbandes übernommen wird. Ein weiterer Vorteil sind die längeren Belastungsstufen (1200-2000m, 9-6 Minuten), wodurch sich der Stoffwechsel optimal auf die Belastung einstellen kann und die Herzfrequenz- bzw. Laktatwerte exakt der gelaufenen Geschwindigkeit zugeordnet werden können. Eventuelle negative Witterungseinflüsse (Wind, Kälte, Hitze) sind sicher als Nachteil anzuführen, stellen aber im Großen und Ganzen aber kein großes Problem dar. Da es sich beim Feldlaktatstufentest um eine sportwissenschaftliche Leistungsdiagnostik und nicht um eine sportmedizinische Eignungsuntersuchung handelt, sind 100%ige Sporttauglichkeit und völlige Gesundheit zum Testzeitpunkt unbedingte Voraussetzung für eine Teilnahme! Eine jährliche Gesundenuntersuchung (die die Krankenkasse übernimmt) mit Ruhe- EKG, Ultraschall der inneren Organe, großem Blutbild und Lungenfunktionstest empfehle ich jedem gesundheits- leistungs- und wettkampforientierten Sportler!


Wie sollte ich mich vorbereiten?

In den letzten 2 Tagen vor dem Test sollte kein erschöpfendes, langes Training mehr durchgeführt werden, da entleerte Glykogenspeicher die Laktatwerte verfälschen können. Trainingsbelastungen im Grundlagenausdauerbereich stellen kein Problem dar, auch am Vortag kann noch eine lockere Trainingseinheit (maximal 1 std) durchgeführt werden.
Keine Ernährungsexperimente in den Tagen vor dem Test, d.h. kein Fasten oder starke Kalorienreduktion, aber auch kein übermäßiges „Kohlenhydrat-Laden", sondern eine gesunde Mischkost mit entsprechenden Anteilen im Kohlenhydrtat-, Fett- und Proteinbereich. Bereitet Euch auf den Test wie auf einen Wettkampf vor!